hero

Der Held

Sie nennen ihn Held, weil er eine Maske trägt. Sie fürchten ihn, weil er das Böse zu Brei schlägt. Aber wer sagt, dass er selber nicht auch den Tod und das Grauen bereits als Gewand trägt? Nichts dort draußen, in Deiner kleinen Welt, die Du als Dein kleines Paradies betrachtest fürchtet die Gerechtigkeit, wenn es die magische Grenze im Innern bereits überschritten hat. So gebrauchts dem Teufel, um seines Gleichen zu jagen.

Du willst einen Helden?

Dann such Dir einen strahlenden Ritter in schimmernder Rüstung, der der Jungfrau die rote Rose reicht. Such Dir einen Erlöser, der sich in Sanftmut der Liebe verschreibt. Suche und begreife, wenn auch so sehr gewünscht, in des Welten Kreises wirst Du es nur niemals finden. Es ist die Illusion, die Menschen den Menschen verkaufen. Es ist der Held, der nicht bereit ist, sein eigenes Heldentum als Triumph über das Selbst zu opfern.

Also was erwartest Du von mir?

Einen Meister, einen Anführer, einen Erretter?

Vergiss es.

Ich urteile nicht, ich richte nicht, denn dafür kümmert mich das kleinliche Abbild der illusionären Kleingeistigkeit absolut nur gar nicht. Ich könnte nur alles und will des Gar nicht.

Warte auf Deinen Helden.

Ruf ihn, bete ihn an und preise seine Tapferkeit.

Aber löse mich von diesem abgeklapperten Bild eines Ideales. Was auch immer ich sein werde. Für Dich, für Die Welt, unterliegt keinem Glauben oder Wissen, dass Du Dir jemals bilden wirst. Es wäre einfacher, Du lässt es. Für mich, für Dich.

Ich bin Phönix und Rose, Hand in Hand. Ich verbrenne, zerstöre und lege der Grausamkeit die Blätter meiner Rose zu Füßen. Und dennoch, obwohl ich bin, aber wie der Schatten niemals sein werde, obliegt meiner Existenz nur der alleinige Sinn, den ich ihm in genau in dieser Sekunde zu geben vermag.

Brauchst Du einen Helden, so werde ich einer sein, aber niemals bleiben können. Denn das wäre die Lüge vollkommener Aufrichtigkeit, die es im Strudel einer Menschlichkeit ganz einfach nie geben kann. Und so lernst Du eines bereits von mir. Was auch immer Du in mir zu sehen vermagst, zu erhoffen zu glaubst. Es ist die Wahrheit, die ich grausam und ohne Scheu ganz simpel präsentiere. Hoffe gar nicht erst, dass ich Dich streicheln oder zu liebkosen vermöge. Ich kenne diese Welt, wie auch jede andere zu genau, weiß zu viel, um noch Gefallen an reiner Spielerei an Aufmerksamkeit zu gebrauchen.

Such Dir Deinen Helden und rufe ihn. Mich aber bekommst Du nur dann, wenn genau Du es nicht verdienst. So würdest Du es bezeichnen und vielleicht da siehst Du es auch irgendwann so.

Nur bin ich das, was Mensch als frei bezeichnet. Von Form, von Hülle, von Zweck, von Aufgabe und Sinn. Und obwohl Maske, bin ich davon befreit. Denn als Gesicht nur, könnte mir Deines dienen. Begreife, verstehe oder verleugne und simpel vergiss.